Du musst deinen Keller trockenlegen?

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Keller trockenlegen

Immer öfters sieht man Häuser, bei denen der gesamte Keller freigelegt wird, das hat nur einen Grund – zu viel Feuchte im Keller. Doch wann muss man einen Keller trockenlegen? Worauf muss geachtet werden und wie verschwindet die Mauerfeuchte endlich aus dem Eigenheim?

 

Warum ein feuchter Keller erst jetzt zum Problem wird

Hast du dich auch schon mal gefragt, wie es vor einigen Jahrzehnten noch möglich war, das Haus und im speziellen den Keller schimmelfrei zu halten? Die Antwort ist ganz einfach:

Dass die Erde feucht ist, war schon seit jeher bekannt und daher versuchte man erst gar nicht, die Feuchtigkeit aus dem Keller zu verbannen, sondern ließ sie einfach wieder einen Stock höher entweichen.

Das war einfach möglich, da die Fenster und Türen nicht so dicht waren. Auch über das Dach konnte die Feuchtigkeit ohne große Probleme entweichen. In alten Kellern war zudem auch oft nur ein loser Boden, durch den die Feuchtigkeit aufstieg und dann durch das Haus nach außen entweichen konnte.

 

Heute wird anders gebaut

Nach modernen Vorschriften bezüglich Energiesparen darf aber nicht mehr so gebaut werden wie vor einigen Jahrzehnten. Der Bau muss vielen Richtlinien und Normen gerecht werden, allen voran eine ausreichende Dämmung, die ja angeblich zu weniger Energiebedarf führt.

 

Isolieren vs. Dämmen

Diese beiden Begriffe sind grundlegend verschieden werden aber immer wieder vertauscht, darum hier eine kurze Erklärung:

  • Dämmen:
    Durch Dämmmaßnahmen gibt ein Körper seine gespeicherte Wärmeenergie nicht so schnell ab, die Wärmeleitung wird also verlangsamt. Praktisch heißt das, dass leichte Baustoffe dazu verwendet werden, die Wärme eines schweren Stoffes zu speichern und nicht an die Umgebung abzugeben.Bestes Beispiel ist ein Topflappen, mit dem du eine heiße Pfanne ohne Probleme angreifen kannst. Würdest du hingegen einen Stechschutzhandschuh aus Metall (Handschuhe vom Metzger) verwenden, hättest du schnell Verbrennungen.
  • Isolieren:
    Darunter fallen alle Maßnahmen, die dazu dienen einen Körper von Feuchtigkeit abzuschirmen. Um einen Keller beispielsweise gegen Mauerfeuchte zu schützen wurde früher ein Isolieranstrich aus Teer angebracht.
    Alle Formen der Abdichtung sind isolierende Maßnahmen.

 

Dämmstoffe wirken meist auch Isolierend!

Das Problem mit der Feuchte im Keller entsteht also durch die isolierenden Eigenschaften der heutigen Baustoffe wie 3-fach verglaste Fenster mit 3 Dichtungsebenen sowie Dampfbremsen, Dampfsperren, Fassadendämmung und Dachdämmungen.

Dadurch kann die Feuchtigkeit, die einmal in den Keller bzw. in das Haus gelangt nicht mehr entweichen. Das führt zu erhöhter Feuchte und schließlich zu Schimmel.

 

Keller trockenlegen – wie geht man vor?

Muss nun nun einen Keller trockenlegen, so muss im ersten Schritt die gesamte Kellerwand freigelegt werden. Danach muss die Wand trocknen – je nach Witterung für mehrere Wochen.

Je nach Zustand der Mauer macht es oft Sinn, den alten Putz ebenfalls zu entfernen.

Ist die Mauer getrocknet, kann danach mit dem Auftragen der Sperr- und Haftgrundierung begonnen werden. Weiter geht es mit dem Verputzen (hier ist Putz mit P3-Klassifizierung empfohlen) und dem isolierenden Bitumenanstrich.

Wird der Keller auch geheizt ist eine Dämmung im Erdreich sinnvoll, diese kannst du aber meist vernachlässigen.

Wenn der Keller freigelegt ist, solltest du auch gleich schauen ob alle Drainagen noch funktionsfähig sind und somit das Wasser ungehindert abfließen kann. Oft wachsen diese im Laufe der Jahre durch Wurzeln zu und verlieren somit ihre Funktion.

 

Hier nochmal die wichtigsten Punkte beim Keller trockenlegen:

  • Keller freilegen und warten, bis die Wände trocken sind
  • Gegebenfalls den Putz entfernen
  • Sperr- und Haftgrundierung aufbringen
  • Verputzen
  • Bitumenanstrich
  • Dämmen

 

Alle Infos zum Thema Schimmel entfernen findest du hier: So wirst du Schimmel los!