Schimmel vorbeugen – so geht’s

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Die einfachste und effektivste Weise, Schimmel zu vermeiden ist es, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, dass Schimmel einen geeigneten Lebensraum hat. Damit man das umsetzten kann, ist es wichtig zu wissen, was der Schimmel braucht um zu wachsen.

 

Da Schimmel ein auch eine Pflanze und somit ein Lebewesen ist, braucht er auch Sauerstoff, Wasser und Nahrung. Die Nahrung ist die jeweilige Oberfläche, auf der er sich befindet. Das Wasser bezieht er einerseits auch aus der Oberfläche, wenn diese feucht ist, oder aus der Luft. Und Sauerstoff solltest du in deiner Wohnung besser nicht vermeiden.

Um es dem Schimmel so schwer wie möglich zu machen gibt es also folgenden Grundsatz:

Warm und vor allem TROCKEN!

 

Doch wie setzt man das bei der Planung richtig um?

Glaswolle als Dämmmaterial

Um das zu verstehen solltest du vorher noch eine wichtige Information verstehen, denn Dämmung ist nicht ganz das, was dir überall suggeriert wird. Dämmung soll ja bekanntlich dafür sorgen, dass der Energiebedarf eines Gebäudes sinkt und sich das Wohnraumklima verbessert.

Leider ist aber genau das Gegenteil der Fall.

 

Jetzt aber noch ein grundlegendes Problem zum Thema Wärmedämmung. Dämmmaterialien haben ja die Eigenschaft, dass sie möglichst leicht sein sollen, denn umso leichter umso besser dämmen sie auch (ist nicht genauso zu übernehmen aber eine gute Faustregel)

Und umso schwerer ein Baustoff ist, umso besser leitet er die Energie. Eine weitere Eigenschaft, die mit der Dichte (dem Gewicht bezogen auf das Volumen) zusammenhängt, ist die Speicherfähigkeit eines Baustoffes – umso schwerer umso besser kann ein Baustoff die Energie speichern.

 

Nochmal zusammengefasst:

Dämmstoffe – leicht – leiten Wärme schlecht – wenig Speichermasse

Baustoffe – schwer – leiten Wärme gut – viel Speichermasse

 

Und jetzt zum spannenden Teil:

Das eigentliche Problem von Dämmstoffen ist folgendes: Angenommen es ist ein schöner sonniger Tag und du hast ein Haus mit Außendämmung, beispielsweise Styropor. Darüber ist noch eine Schicht Putz.

Tagsüber heizt sich die Oberfläche durch die Sonne stark auf. Laut verschiedenen Studien kann dies im Sommer zu einer Oberflächentemperatur von bis zu 80°C führen. Wenn es abends wird, kühlt die gesamte Konstruktion schnell ab und passt sich der Temperatur der Luft an. In diesem Beispiel nehmen wir einfach 20°C Außentemperatur an.

Die Temperatur sinkt also innerhalb weniger Stunden von, nehmen wir für das Beispiel 70°C an, auf 20°C.

 

Problemfaktor Taupunkt:

Die Luft kann immer eine gewisse Menge an Wasser aufnehmen. Die Menge wird von der Temperatur der Luft bestimmt. Beispielsweise können sich in 1m³ Luft bei 20°C 17,3g Wasser befinden, steigert man die Temperatur auf 30°C, nimmt die Luft bis zu 30,3g Wasser auf.

Kühlt man jetzt jedoch die 30°C warme Luft mit 30,3g Wasser ab, so kann sie nicht mehr das gesamte Wasser halten. Dadurch wechselt ein Teil vom gasförmigen in den flüssigen Zustand, es setzt sich an der nächsten Oberfläche (Mauer, Fenster,…) ab.

 

Und genau das passiert auch in der Dämmung: Überschüssiges Wasser kann in der kurzen Zeit nicht durch den Putz entweichen und setzt sich in der Dämmung ab.

Das hat nicht nur zur Folge, dass die Dämmwerte schlechter werden, sondern auch, dass das gesamte Gebäude feucht wird und somit die Gefahr für Schimmel stark ansteigt.

 

Doch wie sollte man es richtigmachen?

Massive Ziegelbauweise

Hier lautet die Empfehlung ganz klar: MASSIV Bauen!

Wahrscheinlich denkst du jetzt das gleiche wie alle anderen: „Da steigen doch die Heizkosten enorm“. Und ja, laut Formelberechnung ist dieser Wert auch höher, aber leider bildet die Formel nicht die Realität ab!

 

Und jetzt zum zweiten wichtigen Element eines energetisch und bauphysikalisch optimalen Gebäudes: Die richtige Heizung!

Denn in der Tat kann man hier die Energiekosten nochmal senken. Prinzipiell gibt es zwei unterschiedlich Arten, sein Haus zu heizen. Im Normalfall wird mit Hilfe eines Heizkörpers oder auch einer Fußbodenheizung die Luft im Raum erwärmt.

Die Heizung läuft aber nicht 24 Stunden am Tag durch, sondern wird meist nur morgens bis nachmittags eingeschalten. Dadurch ist zwar die Luft warm, aber die Oberflächen bleiben relativ kalt.

 

Der erste wichtige Schritt zu einem Haus mit Wohlfühlatmosphäre und ohne Schimmel ist also, die Heizung konstant durchlaufen zu lassen, natürlich mit weniger Leistung, sodass eben die Raumtemperatur gleichbleibt.

Dadurch haben nun auch alle Oberflächen Zeit sich zu erwärmen.

 

Jetzt passieren zwei positive Dinge:
  1. Strahlt die Wand nicht mehr kalt und es fühlt sich mit gleicher Lufttemperatur wärmer an als vorher.
  2. Die Lebensbedingungen für Schimmel werden durch eine höhere (Oberflächen-)Temperatur und weniger Feuchtigkeit schlechter.

Das Prinzip der Infrarotheizung – Wärmestrahlung und nicht erwärmte Luft

 

Noch besser ist aber eine andere Art von Heizung: Infrarotheizung!

Das besondere an einer Infrarotheizung ist, dass diese nicht die Luft erwärmt, sondern die Wärme nur entfaltet, sobald die Strahlen auf eine Oberfläche treffen. Somit gibt es keine kalten Wände mehr und die Vorteile davon siehst du einige Zeilen weiter oben im Text.

Ein weiterer Vorteil ist noch, dass die Lufttemperatur um 3°-5°C kühler sein kann um die gleiche gefühlte Temperatur zu erreichen (Durch die wärmeren Wände und die Wärmestrahlung am Körper direkt). Somit verbraucht diese auch noch weniger Energie.

 

 

Hier ein kurzes Video zum Thema Infrarotheizung:

 

Zusammengefasst unsere Empfehlung:

Verzichte auf eine Leichtbauweise mit viel Dämmung, da dies nur zu vielen Problemen führen kann und wird. Unzählige Studien haben genau dies schon bewiesen, doch leider werden diese natürlich nicht publiziert.

Der zweite wichtige Faktor ist die richtige Heizung. Wenn du bereits eine Heizung hast, stelle auf eine konstante aber niedrigere Heizleistung um, um Energie zu sparen und dein Raumklima zu verbessern.